Foto: Karin Kreider auf der Bühne bei der Global Sustainability Standards Conference 2017 in Zürich
 

Das war die Global Sustainability Standards Conference 2017

Unter dem Motto "The Future of Trust" widmete sich die ISEAL Alliance Global Sustainability Standards Conference 2017 in Zürich (27–29 Juni) heuer ganz der Frage, wie Standards und Zertifizierungssysteme noch mehr tun können, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Der Fokus der Konferenz lag daher auf Daten und wie diese für die Messung und Darstellung des Impacts genutzt werden können. ISEAL Member gaben darüber hinaus praktische Einblicke in ihre alltäglichen Herausforderungen und wie sie diesen begegnen. Natürlich wurden auch neue Technologien vorgestellt, die dabei helfen mit der größten Herausforderung von allen fertig zu werden: den Impact messen und steigern.

 

Marktanteil allein reicht nicht: Standards müssen ihren Impact belegen können

Auf der ISEAL Conference in Zürich haben wir dieses Jahr zahlreiche interessante und anregende Vorträge und Diskussionen gehört, die eine ganze Reihe verschiedener Herausforderungen adressierten, mit denen sich Nachhaltigkeitsstandards heutzutage konfrontiert sehen. Müssten wir die Konferenz jedoch auf ein einziges Statement reduzieren, wäre es dieses: Nachhaltigkeitsstandards müssen in der Lage sein ihren Impact zu messen und zu belegen. Thomas Vellacott, Chief Executive Officer des WWF Schweiz, war der erste der in seiner Reception Address am Eröffnungstag klar Stellung hierzu bezog. Wir hörten diese Aussage aber auch sonst immer wieder – in der Mehrzahl der Breakout Sessions, Plenumsdiskussionen und sogar in den persönlichen Gesprächen während der Kaffeepausen.

Die Messung und der Nachweis des Impacts von Nachhaltigkeitsstandards ist nicht annähernd so einfach, wie man meinen könnte. Es reicht nicht aus, relevante und qualitativ hochwertige Daten verfügbar und für Analysezwecke zugänglich zu haben. Es bedarf auch eines ausgeprägten Bewusstseins für Nebeneffekte, Wechselwirkungen und beeinflussende Variablen. Beide Herausforderungen lassen sich am Besten an einem Beispiel aus einer Studie veranschaulichen, die 2014 vom International Institute for Sustainable Development (IISD) und dem International Institute for Environment and Development (IIED) veröffentlicht wurde (Potts et al 2014). Diese Studie belegt einen deutlichen Anstieg im Bereich standardkonformer nachhaltiger Produktion im Jahr 2012 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008.

Illustration: Nachhaltigkeitsmärkte: Prozentualer Anteil standardkonformer Produktion an der globalen Produktion in den Jahren 2008 und 2012

© Potts et al. 2014, S. 90.

Was hier nach einem bemerkenswerten Impact aussieht – was und unter einem gewissen Aspekt auch der Fall ist – erweist sich mitunter als tückisch. Die Autoren und Autorinnen streichen heraus, dass ein anhaltendes Überangebot auf konventionellen Märkten über das gesamte letzte Jahrhundert hinweg eines der hartnäckigsten und forderndsten 'Nachhaltigkeits'-Probleme war, mit denen sich Rohstoffmärkte konfrontiert sahen, was einen signifikanten Einfluss auf die Lebensgrundlagen sowie Bemühungen zur Armutsbekämpfung haben kann. (Vgl. Potts et al. 2014, S. 91) Systematische Daten, mit denen sich dieser Einfluss nachweisen ließe, fehlen jedoch.

Dieses Beispiel zeigt: um den Impact von Nachhaltigkeitsstandards zuverlässig belegen zu können, müssen wir eine Brücke zwischen Branchenexpertise, Data Science und Technologien schlagen, die in der Lage sind die Sammlung, Strukturierung, Verfizierung und Analyse von Daten zu unterstützen. Patrick Mallet – Director Innovations bei der ISEAL Alliance – kommt in diesem  Blog-Artikel zu einer ähnlichen Aussage: "Standards müssen ein aufrichtiges, ganzheitliches Bild davon haben was passiert, um eine sorgfältige Auswahl an Impact-Indikatoren wählen und entsprechend überwachen zu können." Er betont auch, dass "ISEAL seit langem für das Vertrauen in und die Glaubwürdigkeit von Nachhaltigkeitsstandards eintritt; dafür, dass gerechtfertigte Nachhaltigkeitsansprüche klar, korrekt, relevant und durch transparente und robuste Systeme gedeckt sind." (vom Autor übersetzt)

Die Einbeziehung und das Engagement verschiedener Stakeholder ist entscheidend

All das ist eng verbunden mit und wird reflektiert durch die 6 Grundwerte, die laut Erhebungen der ISEAL Alliance am relevantesten für Stakeholder sind:

  • Transparenz
  • Skalierbarkeit
  • Lokale Relevanz
  • Einbeziehung und Engagement verschiedener Stakeholder
  • Zugänglichkeit
  • Verantwortlichkeit

Patrick Mallet präsentierte diese Werte am ISEAL Community Day (29. Juni) und adressierte verschiedene Herausforderungen, die damit verbunden sind. Als besonders wichtig für die zukünftige Entwicklung von Standards strich er die Einbeziehung und das Engagement verschiedener Stakeholder heraus (Multi-Stakeholder Engagement). Standards, Regierungsbehörden, NGOs, Unternehmen aber auch Konsumenten müssen sich zusammentun und auf gemeinsame Ziele ausrichten, um diese letztlich auch erreichen zu können. Auch Andrew Bovarnik vom United Nations Development Programme betonte, dass "Standards mit Regierungen zusammenarbeiten und ihre Expertise anbieten müssen" (übersetzt vom Autor). Und es war Rob Skidmore – Chief, Sustainable and Inclusive Value Chains am International Trade Centre – der die Tatsache hervorhob, dass Standards umso besser agieren und funktionieren, je stärker KonsumentInnen und Konsumenten sowie Produzenten in den Standard miteinbezogen werden.

Mit dem Wachstum von Standards Schritt halten (Herausforderung: Skalierbarkeit)

Eine der größten Entwicklungsbremsen und damit auch Herausforderungen für Standard Setter ist ihre Fähigkeit mit ihrem oft rapiden Wachstum Schritt zu halten. Das Management von immer mehr Lizenznehmern, Mitgliedern und den damit verbundenen Daten übersteigt schnell die Möglichkeiten gängiger Tools. Hierzu bedarf es ausgeklügelter Lösungen die nicht nur mit riesigen Datenmengen umgehen können, sondern auch dabei helfen den administrativen Arbeitsaufwand zu reduzieren. Im Wesentlichen gibt es hierfür zwei Optionen: Eigenentwicklung oder spezialisierte Standardlösungen, die bereits am Markt etabliert sind. Unser Kollege Georg Karner vergleicht beide Optionen in einem aufschlussreichen Artikel (Englisch) auf LinkedIn, in dem er darüber hinaus auch noch auf umfassendere Lösungsansätze für das Management von Standards eingeht.

Intact Systems hat die Herausforderung der Skalierbarkeit genauso erkannt wie das Fehlen umfassender und dennoch flexibler Lösungen. Aus diesem Grund haben wir uns mit unseren Partnern GTS (Global Traceability Solutions) und Book&Claimzusammengetan, die führende Anbieter in ihren Bereichen sind, um Pantegrity zu krearieren: ein skalierbares Toolset, das auf die spezifischen Bedürfnisse von Standard Settern abgestimmt ist, unabhängig von deren Größe. Pantegrity bietet alle Tools und Funktionen für das effiziente Management jedweden Standards sowie die Steigerung des Impacts: von der grundlegenden Standard- & Lizenznehmerverwaltung über ausgereifte Risikoanalysen und Benchmarks bis hin zu Supply Chain Traceability und dem Handel mit Mengenzertifikaten. Natürlich bietet Pantegrity auch Mitgliedern und Lizenznehmern Zugriff auf ausgewählte Bereiche und skaliert flexibel mit den steigenden Anforderungen des Standards.

Auf der Konferenz lud Pantegrity zur Teilnahme an einem von gleich zwei "Lunch Time Topic Tables" (Mittwoch, 28. Juni), die für großes Aufsehen und Interesse sorgten. Beide Tische waren bis auf den letzten Platz besetzt.

Photo Collage with Pictures from the Pantegrity Topic Tables at the ISEAL Alliance's 2017 Global Sustainability Standards Conference in Zurich

Weitere Highlights von der Global Sustainability Standards Conference 2017 in Zürich

 

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