Photo: Die Biofach 2017 setzt auf Vielfalt und Verantwortung
 

Die BIOFACH 2017 setzt auf Vielfalt und Verantwortung

Die BIOFACH in Nürnberg zählt seit Jahren zu den wichtigsten Bio-Messen der Welt und versammelt tausende Aussteller aus rund 80 Ländern. Besonders interessant ist der BIOFACH Kongress, der sich 2017 ganz dem Thema „Vielfalt und Verantwortung“ widmet und „Bio“ als ganzheitlichen gesellschaftlichen Entwicklungsansatz zur Diskussion stellt. Sowohl die Messe als auch der Kongress finden vom 15.–18. Februar statt – alle Schwerpunkte und Highlights haben wir hier für Sie zusammengefasst.

 

"Bio" als gesellschaftlicher Entwicklungsansatz?

In den vergangenen Jahren widmete sich die BIOFACH unter dem Schlagwort Organic 3.0 immer wieder der Frage, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft funktionieren kann. Zahlreiche Visionen und Strategien wurden beschrieben, Lösungsansätze präsentiert. 2017 geht insbesondere der BIOFACH Kongress noch einen Schritt weiter, indem er "Bio als ganzheitlichen gesellschaftlichen Entwicklungsansatz" präsentiert und "Vielfalt und Verantwortung in den Fokus" (Presseinformation, Juli 2016) der Veranstaltung rückt.

Das wirft natürlich die Frage auf, ob "Bio" diesem Anspruch, ein ganzheitlicher gesellschaftlicher Entwicklungsansatz zu sein, auch gerecht werden kann. Gerade hinsichtlich der Ganzheitlichkeit bietet diese Frage Stoff für ausgedehnte Diskussionen, die sich wohl nicht mit einem einfachen Ja oder Nein zusammenfassen lassen. Deutlich hingegen ist, dass "Bio" bereits jetzt nachhaltig Einfluss auf bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen nimmt, die sich in deutlichen Zahlen niederschlagen.

 

Was und wie "Bio" zu nachhaltiger Gesellschaftsentwicklung beitragen kann

Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten werden sich ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft bewusst und legen großen Wert auf nachhaltige Produkte, für die sie auch höhere Preise in Kauf nehmen. Viele informieren sich vor dem Kauf sehr genau über ein Produkt und legen dabei großen Wert auf Glaubwürdigkeit und Transparenz. Standards und Gütesiegel bieten dabei Orientierung und Sicherheit, wodurch ihnen zugleich eine sehr hohe Verantwortung zukommt. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung im seit Jahren extrem starken und bislang ungebremsten Wachstum des Nachhaltigkeitsmarktes, der sich keineswegs nur auf Lebensmittel beschränkt. Alle relevanten Zahlen, Fakten und Quellen hierzu finden Sie in unserem Artikel zum Nachhaltigkeitsboom in den USA und Europa.

Der Bio-Markt wächst nicht nur im Lebensmittelbereich.

Der Bio-Markt wächst nicht nur im Lebensmittelbereich.

Es sind genau diese drei Aspekte – der Druck seitens der Konsumentinnen und Konsumenten; das enorme Marktpotenzial; und die Regulierung durch Gesetze und Standards –, die "Bio" zu einem wirkungsvollen Hebel gesellschaftlicher Entwicklung machen. Immer mehr Produzenten und Marken sehen einen Vorteil darin, auf ökologisch nachhaltige Produktion umzustellen.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Textilbranche. Ausgewiesene Vorreiter wie Inditex, Benetton und H&M (Detox Catwalk 2016), aber auch großangelegte Informationskampagnen diverser NGOs haben die Branche in den letzten Jahren erheblich unter Druck gesetzt und dafür gesorgt, dass Bio-Textilien und schadstoffarme Verarbeitungsmethoden zu einem mittlerweile bedeutenden Differenzierungsmerkmal avancierten, auf das KonsumentInnen bewusst achten. Umgekehrt bedeutet das natürlich auch, dass es immer mehr biologische Landwirtschaftsflächen gibt (siehe Diagramm unten), weniger Giftstoffe zum Einsatz kommen, Arbeitsbedingungen verbessert werden und anderes mehr. 

Die biologische Landwirtschaftsfläche nimmt zu.

Die biologische Landwirtschaftsfläche nimmt zu.

Sicherheit und gute Gewinnaussichten durch innovative Software-Lösungen

Der Nachhaltigkeitsboom stellt die Branche vor große Herausforderungen, denn Bio-Produktion erweist sich gerade für verarbeitende Betriebe als anspruchsvolle und mitunter arbeitsintensive Aufgabe. Immerhin gilt es Klarheit über sämtliche Lieferanten zu haben und genau über deren Zertifizierungen (und deren Gültigkeit) Bescheid zu wissen. Professionelle Software-Lösungen können hier helfen, den Überblick zu behalten und zugleich den Arbeitsaufwand zu minimieren. Systeme mit Zugriff auf Echtzeit-Zertifizierungsdaten bieten zudem den Vorteil, umgehend auf Änderungen in der Lieferkette reagieren zu können.

Die Kosten für entsprechende Lösungen rechnen sich erfahrungsgemäß schon nach kurzer Zeit – und zwar nicht nur durch Kosteneinsparungen und Risikominimierung, sondern auch durch die Absicherung der eigenen Glaubwürdigkeit am Markt, die von den KonsumentInnen gut bezahlt wird. Audit- und Supply-Chain-Daten, wie sie die verschiedenen Systeme liefern, bergen außerdem unzählige wertvolle Informationen, die sich hervorragend für risikobasierte Integritätsmanagement-Ansätze eignen, die wiederum zur Reduktion von Kosten und Risiken beitragen. Genau diesem Thema widmet sich auch ein aktuelles Forschungsprojekt der Universität Wageningen.

 

Haben Sie noch Fragen?

Unsere Experten stehen Ihnen gerne Rede und Antwort! Besuchen Sie uns auf der BIOFACH 2017 in Nürnberg, 15.–18. Februar 2017, an Stand 1–653 (Messehalle 1).

 

 

Verpassen Sie außerdem nicht den BIOFACH Kongress, wo Sie unter anderem erfahren, wie Sie Ihre Bio-Marke erfolgreich vermarkten. Wir haben die interessantesten Vorträge und Diskussionen, die der Kongress zu bieten hat, für Sie zusammengefasst.

 

Die interessantesten Vorträge & Diskussionen am BIOFACH Kongress

Creating brands based on geographic, social and other specific properties as a means for sustainable development

15.02.2017 | 11:00 – 12:30 Uhr

In dieser Session teilen erfolgreiche Initiativen ihre Erfahrungen darüber, wie man Qualitätsprodukte durch markante, wiedererkennbare Zeichen am Markt positionieren und abgrenzen kann. Diese markanten Zeichen können die jeweilige Marke, aber auch Gütesiegel, Herkunftsbezeichnungen, usw. sein. Hier erfahren Sie alles über die Begründung, Etablierung und Absicherung solcher Zeichen.

Offizielle Beschreibung

Practical research for climate protection in organic agriculture

15.02.2017 | 12:00 – 12:45 Uhr

Landwirtschaft kann und sollte aktiv zum Klimaschutz beitragen. Besonders die biologische Landwirtschaft hat in dieser Hinsicht großes Potenzial. In diesem Vortrag zeigen zwei Forschungsprojekte, wie Wissenschaft und Praxis gemeinsam praktische Lösungen für die Verwirklichung dieses Potenzials arbeiten können.

Offizielle Beschreibung

Global Organic Market Overview – facts, trends and opportunities

16.02.2017 | 10:00 – 11:30 Uhr

Der globale Bio-Markt entwickelt sich äußerst dynamisch – und Organic 3.0 fordert nicht nur weiteres Wachstum, sondern auch Inklusivität und die Ausrichtung auf einen differenzierteren Markt an nachhaltigen Produkten. In dieser Session werden die Marktinformationen aus dem IFOAM – Organics International/FiBL Statistics Book vertieft und es wird über Trends und strategische Marktpositionierung reflektiert.

Offizielle Beschreibung

Personas für Bio-Marken – Markenentwicklung nahe am Bio-Verbraucher

16.02.2017 | 10:00 – 10:45 Uhr

Personas sind idealtypische Steckbriefe von Verbrauchern und können als virtuelle Segmentierung äußerst hilfreich und nützlich sein. Martina Merz (mërz punkt) und Dr. Nicolas Scharioth (biopinio) zeigen, wie sich Personas für Bio-Verbraucherinnen und -verbraucher erstellen und für die Markenentwicklung innovativ einsetzen lassen.

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Using action plans to develop organics in Europe

16.02.2017 | 15:00 – 15:45 Uhr

Die starke Nachfrage nach biologischen Produkten eröffnet großartige Möglichkeiten für Stakeholder, um gemeinsam mit der Politik an der Stärkung und dem Ausbau eines nachhaltigen Agri-Nahrungsmittelsektors zu arbeiten. Dieser Workshop thematisiert, wie Bio-Maßnahmenpläne einen geeigneten Rahmen für die Schaffung von Strategien, Zielen und Fördermechanismen schaffen und damit zur Entwicklung regionaler und nationaler Bio-Sektoren beitragen können.

Offizielle Beschreibung

EU-US organic trade: challenges and opportunities after 5 years of organic equivalency

16.02.2017 | 14:00 – 14:45 Uhr

In dieser Session geht es ganz um den Bio-Handel zwischen den zwei größten Verbrauchermärkten (zusammen über 50 Milliarden Euro): die EU und die USA. Fünf Jahre nach der Unterzeichnung des "Organic Equivalency Agreement" (2012) werden hier Trends und rechtliche Fragestellungen diskutiert.

Offizielle Beschreibung

Pesticide monitoring in organic products: Facts and figures from control bodies from various EU member states

17.02.2017 | 12:00 – 12:45 Uhr

Das verspricht eine interessante Session zu werden, in der Zahlen und Fakten zum Pestizid-Monitoring in Bio-Produktion von verschiedenen Kontrollstellen aus mehreren EU-Staaten präsentiert werden. Eine offizielle Beschreibung mit näheren Informationen ist derzeit leider nicht verfügbar.

Offizielle Beschreibung

Brexit: the impact on organic in the UK and Europe

17.02.2017 | 14:00 – 14:45 Uhr

Die Auswirkungen des Brexit sind bereits deutlich spürbar – sowohl in der EU als auch in Großbritannien. In dieser Session werden die Auswirkung des Brexit auf den Bio-Sektor beleuchtet, aber auch die daraus erwachsenden Chancen und Möglichkeiten zur Transformation von Richtlinien und Verordnungen im Lebensmittel- und Landwirtschaftsbereich. Wie können die wirtschaftlichen und anderen Vorteile von "Bio" genutzt werden, um in diesem Zusammenhang gute gesetzliche Regelungen zu erwirken?

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Weitere Vorträge und Diskussionen

Eine Liste sämtlicher Kongressvorträge finden Sie auf der offiziellen Website des BIOFACH Kongresses. Klicken Sie hierfür einfach auf den nachfolgenden Link:

Alle Vorträge & Diskussionen im Überblick

 
Georg Karner

Autor
Georg Karner
Intact Systems

 
 

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